Startseite
Pressemitteilung

Foodwatch führt Verbraucher und Medien in die Irre!

Berlin, 06.03.2016 -
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) weist mit Nachdruck die Presseberichte auf der Basis der Pressemitteilung der Kampagnenorganisation Foodwatch zurück, mit der die selbsternannten Verbraucherschützer zum Thema Mineralölrückstände in Lebensmitteln die Medien und Verbraucher offenbar bewusst in die Irre führen wollen. „Foodwatch hat damit ein Lehrstück der Verbrauchertäuschung abgeliefert. Wissentlich und willentlich versucht Foodwatch einmal mehr, einen Skandal zu inszenieren, wo keiner ist. Die Organisation verdreht erneut Sachverhalte und Zitate“, erklärt BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Fakt ist: Sogenannte Mineralöl-Stoffgemische sind heute ubiquitär, also überall vorhanden. Die moderne Analysetechnik erlaubt es, geringste Mengen nachzuweisen, vergleichbar einem Roggenkorn in einem Zug mit 30.000 Wagons. Man kann heutzutage überall in allem fast alles nachweisen. Es ist zudem absolut richtig und wird vom BLL nicht geleugnet, dass es sich bei MOAH um Stoffgemische handelt, bei denen nicht auszuschließen ist, dass sich darunter Substanzen befinden, die krebserregend wirken können, weshalb sie als unerwünschte Einträge gelten. Mineralölrückstände müssen deshalb minimiert werden. Fakt ist aber auch: Dies geschieht seit Jahren durch die Lebensmittelbranche sehr erfolgreich.

Zum Sachverhalt: Der BLL wurde von Mitgliedsunternehmen gebeten, gegenüber ALDI Süd zum Thema Mineralölrückstände die wissenschaftlichen Erkenntnisse darzulegen, da das Unternehmen nicht Mitglied des BLL ist und sich Hersteller mit unerfüllbaren Forderungen konfrontiert sahen. Der Brief, basierend auf der offiziellen BLL-Stellungnahme (www.bll.de) belegt, dass der Verband die Gesundheitsrisiken NICHT falsch darstellt. Dabei deckt sich die Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit der Auffassung des BLL, wonach Übergänge von Mineralöl aus Recyclingpapier und -pappe auf Lebensmittel weitgehend minimiert werden sollen, aber eine Null-Kontamination nicht garantiert werden kann. Auf diese einfache, wissenschaftliche, unbestrittene Tatsache hat der BLL auch ALDI Süd hingewiesen. Ferner hat der BLL darauf hingewiesen, dass die Branche bereits erfolgreiche Minimierungsstrategien angewandt hat und auch weiterhin daran arbeitet. Die betroffenen Produkt- und Verpackungsbereiche haben verschiedene Maßnahmen wie z. B. Materialoptimierung und -substitution eingeleitet, die zu einem deutlichen Rückgang der Belastung geführt haben. Als einen der bedeutendsten Eintragungswege wurde dabei die von Zeitungen und Zeitschriften benutze mineralölhaltige Druckfarbe identifiziert. Über den Recyclingprozess der Transport-Kartons oder Verpackungsmaterialien konnten so Rückstände in Lebensmittel migrieren. Hier haben die Hersteller umfassend Maßnahmen ergriffen, um diese Gefahren zu minimieren, etwa durch Ausschluss von Recyclingkarton oder zusätzliche Innenverpackungen. Diese erfolgreiche Minimierungsstrategie bestätigen u. a. Berichte der amtlichen Lebensmittelüberwachung, sprich der Lebensmittelkontrolleure, sowie Warentests. Nachhaltige Maßnahmen der Verleger zum Ersatz von günstigen mineralölhaltigen Druckfarben, stehen noch aus.

Ohne Rücksicht auf diese Faktenlage verdreht Foodwatch den Sachverhalt, der zum Schreiben des BLL an ALDI Süd geführt hat. ALDI fordert eine Nulltoleranz. Diese kann bei den komplexen Eintragspfaden in die Lebensmittelverarbeitungsketten sowie der unvermeidbaren Präsenz der Mineralöle in unserer Umwelt von den Herstellern schlicht NICHT gewährleistet werden. Auch das BfR fordert deshalb eben keine Nulltoleranz, sondern eine Minimierung. „Es geht nicht darum, dass ein Lebensmittel nicht frei sein kann von Rückständen. Es geht darum, dass die Rückstandsfreiheit nicht gewährleistet werden kann, da sie eben nicht ausschließlich in den Händen der Hersteller liegt“, erläutert Minhoff.

Auch wenn Foodwatch dem eigenen Feindbild entsprechend die Verantwortung auch in diesem Fall an die Hersteller delegieren möchte und deshalb den BLL allein zum Spitzenverband der Lebensmittelindustrie erklärt, ist der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde der Spitzenverband der gesamten Lebensmittelbranche. Er bündelt die Interessen von Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel bis hin zu Gastronomie. Alle fachlichen Stellungnahmen, wie auch in diesem Fall zu Mineralölrückständen in Lebensmitteln, werden von allen Mitgliedern mitgetragen.


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – sowie zahlreiche Einzelmitglieder an.

Für weitere Informationen:
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Christoph Minhoff
Hauptgeschäftsführer
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 206143-135, Fax: +49 30 206143-235
E-Mail: cminhoff@bll.de

BLL-Öffentlichkeitsarbeit
Manon Struck-Pacyna
Tel.: +49 30 206143-127, Fax: +49 30 206143-227
E-Mail: mstruck@bll.de
Twitter: https://twitter.com/BLL_de
Facebook: https://facebook.com/BLL.de
Druckansicht
Artikel bewerten

Info

Informationen für Journalisten

Sind Sie Journalist/in und möchten überall auf dieser Website zusätzliche Infos für Medien einblenden?

Ja Nein
Stellenanzeige

Assistent / Assistentin für die Wissenschaftliche Leitung

Wir suchen an unserem Standort Berlin zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Assistenten/Assistentin für die Wissenschaftliche Leitung.

Aktuell

  • Verbraucher

    Steht auf! – Animationsfilm gegen „Sitzenden Lebensstil“

    Steht auf! – Animationsfilm gegen „Sitzenden Lebensstil“ Neuer „Aufsteh-Film“ gibt Informationen und Tipps gegen lange Sitzzeiten und für mehr Bewegung im Familienalltag .
    Mehr ...
  • Herstellung

    Am 23. April feiern wir das Bier von hier

    Am 23. April feiern wir das Bier von hier Der „Tag des Deutschen Bieres“ erinnert an den Erlass des Reinheitsgebots und seinen bahnbrechenden Erfolg.
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
  • Nahrungsergänzung

    Gesetzliche Regelungen für NEM

    Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel. Deshalb unterliegen sie den umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen, die für alle Lebensmittel gelten.
    Mehr ...

Meistempfohlen

  • Infografik: Wichtigste Neuerungen der LMIV

    Seit 13. Dezember 2014 gilt die LMIV verbindlich in allen EU-Mitgliedsstaaten. Die Infografik erklärt bildlich die wichtigsten Neuerungen.
    Mehr ...
  • 0
  • 50
  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • 11
  • 1
  • Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
  • 0
  • 12

Presse & Politik Presse & Politik

  • Verpackung

    BLL nimmt zum Vorhaben einer nationalen „Mineralölverordnung“ Stellung

    Die im BLL organisierten Verbände und Unternehmen der Lebensmittel- und Zuliefererkette zeigen sich enttäuscht vom BMEL und dessen einseitiger Vorgehensweise. Der vierte Entwurf ist politischer Aktionismus und kein Beitrag zur Lösung der komplexen Situation.
    Mehr ...
  • Was war da los beim Spiegel? – Unser Leserbrief zum Artikel „So schmeckt die Zukunft“

    Der Artikel von Spiegel-Autor Jörg Blech verletzt elementare Grundsätze journalistischer Standards. BLL-HGF Christoph Minhoff hat dem Magazin einen Leserbrief gesendet, den wir hier in voller Länge veröffentlichen.
    Mehr ...

Veranstaltungen Veranstaltungen

  • 10.05.2017

    4. BLL-Mediendialog Lebensmittel

    Wir laden herzlich in den ZOO PALAST Berlin ein. Erleben Sie erneut spannende und informative Diskussionsrunden. Freuen Sie sich auf Experten aus Medien, Politik und Wirtschaft.
    Mehr ...
  • 15.05.2017

    peb-Kongress „Gesund aufwachsen“

    Der Kongress diskutiert, wie die Verzahnung von Projekten und Strukturen zur Förderung eines gesunden Lebensstils besser gelingen kann.
    Mehr ...
  • 16.05.2017 - 17.05.2017

    BLL-/ILWI-Grundlagenseminar zum Lebensmittelrecht 2017

    Das Grundlagenseminar gibt einen Überblick über die wichtigsten nationalen und europäischen Bestimmungen des Lebensmittelrechts.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Engagement der Lebensmittelbranche

    Engagement der Lebensmittelbranche Informations-angebote unserer Mitglieder für einen gesunden Lebensstil.
    Download PDF
  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Verpackungs-angaben (z. B. Zutaten, MHD, Menge)
    Download PDF
  • Unsere Lebensmittelwirtschaft - eine starke Kraft für Deutschland

    Unsere Lebensmittelwirtschaft - eine starke Kraft für Deutschland Aktuelle Eckdaten der Branche.
    Download PDF
  • Die wichtigsten Aspekte der Lebensmittelsicherheit

    Die wichtigsten Aspekte der Lebensmittelsicherheit Die Lebensmittel-sicherheit umfasst die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Lebensmitteln. ...
    Download PDF
  • Flyer Mindest-haltbarkeitsdatum

    Flyer Mindest-haltbarkeitsdatum Zehn Fragen und Antworten rund um die Datumsangabe.
    Download PDF

Studien Studien

  • Ernährung

    Freispruch für süße Sünden?

    Freispruch für süße Sünden? Schokolade scheint keinen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu haben - das lassen zumindest die Ergebnisse von 19 weltweiten Studien vermuten.
    Mehr ...