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"Zucker" hat viele Namen, weil es unterschiedliche Zuckerarten gibt


Zucker ist nicht gleich Zucker. Der gewöhnliche Haushaltszucker ist jedem ein Begriff, seine korrekte wissenschaftlich-chemische Bezeichnung lautet "Saccharose". Zucker sind eine Untergruppe der Kohlenhydrate und werden üblicherweise weiter in Mono- (Einfach-)und Disaccharide (Zweifachzucker) differenziert. Zu den "Monosacchariden" zählen Fruktose (Fruchtzucker) oder Glukose bzw. Dextrose (Traubenzucker), Beispiele für Disaccharide (Zweifachzucker) sind Saccharose und Laktose (Milchzucker). Darüber hinaus gibt es auch Oligo- oder Polysaccharide. Oligosaccharide (Mehrfachzucker) sind kurzkettige Zuckermoleküle, die weniger süß sind als Mono- und Disaccharide. Ein Beispiel für Oligosaccharide sind Maltodextrine. Polysaccharide (Vielfachzucker) sind zu langen Ketten verknüpfte Zuckermoleküle. Süß schmecken sie allerdings nicht. Ein Beispiel ist Stärke.

Bei der Herstellung von Lebensmitteln – ob im Handwerk oder in der Industrie – werden nicht nur Haushaltszucker sondern auch andere Zuckerarten verwendet. Dafür gibt es einen wichtigen Grund: Die Zuckerarten unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihren Eigenschaften. Sie weichen in ihrem Geschmack und in ihren Koch- und Backeigenschaften voneinander ab. Außerdem unterscheiden sich die Süßkraft, die Geschmacksnoten, die Löslichkeit, die Viskosität, das Bräunungsverhalten sowie die Wasserbindung. Jede Zuckerart kann die Konsistenz eines Produktes anders beeinflussen. Die technischen Unterschiede der Zuckerarten spielen beispielsweise bei der Joghurtherstellung eine Rolle, weil die Milchsäurebakterien nicht alle Zuckerarten in Fermentationsprozessen gleich gut nutzen können. Welche Zuckerarten in einem Produkt enthalten sind, steht in der Zutatenliste. Die Hersteller sind gesetzlich grundsätzlich dazu verpflichtet, jede einzelne Zuckerart anzugeben.

Fruktose:
Das Monosaccharid Fruktose zeichnet sich durch die höchste Löslichkeit und Süßkraft aller Zucker aus und kann zudem mehr (Luft-)Feuchtigkeit aufnehmen. Besser als alle anderen Zuckerarten sorgt Fruktose dafür, dass Backwaren gut bräunen und sich ein angenehmes Aroma bildet. Süßt man etwa Speiseeis mit Fruktose, wird es besonders cremig und es gefriert optimal.

Dextrose:
Dextrose bzw. Glukose ist zwar wie die Fruktose ein Monosaccharid, unterscheidet sich aber deutlich von ihr. Sie ist weniger gut löslich und verfügt über eine geringere Süßkraft. In Backwaren wird Dextrose zur Optimierung der Hefegärung verwendet, in Sport- und Energy-Produkten kommt sie als schnell verfügbares und weniger süßes Kohlenhydrat zum Einsatz.

Laktose:
Laktose wird aus Milch gewonnen und ist die Zuckerart mit der geringsten Löslichkeit sowie einer deutlich reduzierten Süßkraft. In Bräunungsreaktionen ist die Laktose reaktionsfreudiger als die Saccharose und führt zur Bildung spezifischer Aromen, wodurch wiederum ein besonderer Geschmack entsteht. Sie wird daher gerne in Schokolade und Backwaren verwendet, um die Aromabildung und Bräunung zu unterstützen.

Glukosesirupe:
Glukosesirupe werden auf der Basis etwa von Stärke hergestellt – und bestehen aus Glukose, Maltose und längerkettigen Kohlenhydraten (Oligosacchariden). Je nach Zusammensetzung unterscheiden sich die Glukosesirupe hinsichtlich Viskosität und Süßkraft. Glukosesirupe bewirken, wie hart oder weich ein Karamellbonbon wird und verhindern, dass sich bei Weichkaramellen unerwünschte Kristalle bilden. Dasselbe gilt für die Herstellung von Gelee- und Gummiwaren: Die Wahl des geeigneten Glukosesirups beeinflusst wesentlich die Kaueigenschaften und die Lagerstabilität.

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