Startseite
Kennzeichnung

Lebensmittelinformations-Verordnung

Die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) gilt seit 13. Dezember 2014 verbindlich in allen Mitgliedsstaaten der EU.

Infografik
Die wichtigsten Neuerungen der LMIV
Bild

Seit 13. Dezember 2014 gilt die LMIV. Die Grafik erklärt bildlich die wichtigsten Neuerungen.

Das Europäische Parlament verabschiedete am 6. Juli 2011 das mit Rat und Kommission ausgehandelte Kompromisspaket zur Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV). Die Verordnung stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden. Sie löst die bisherige europäische Etikettierungs-Richtlinie sowie die deutsche Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung ebenso ab, wie die europäische Nährwertkennzeichnungs-Richtlinie und die deutsche Nährwertkennzeichnungs-Verordnung.

Einiges wurde dabei zusätzlich neu geregelt:

  • Nährwertkennzeichnung wird Pflicht:
    Die Nährwertinformation, die bislang weitgehend freiwillig erfolgte, wurde auf einheitlicher Grundlage in der gesamten Europäischen Union zur Verpflichtung. Künftig müssen also in allen Ländern der Brennwert sowie sechs Nährstoffe – die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz – angegeben werden.

    Zusätzlich zu den Pflichtangaben im Rahmen der Nährwerttabelle können die Angaben zu Richtwerten für die Tageszufuhr („GDAs“") freiwillig verwendet werden. Deutschland ist bei der freiwilligen Nährwertinformation Vorreiter. Bereits über 80 Prozent der verpackten Lebensmittel tragen Nährwertangaben – und das bereits lange vor der Lebensmitteinformations-Verordnung.

    Der so genannten Lebensmittelampel wurde aus guten Gründen eine klare Absage erteilt. Einzelne Lebensmittel mit Stoppsignalen zu versehen, entspricht nicht den Ansprüchen an eine ausgewogene Ernährung, in der jedes Lebensmittel seinen Platz hat. Die Lebensmittelwirtschaft wird sich dafür einsetzen, das Verständnis der Verbraucher bei der Nährwertkennzeichnung weiter zu stärken.
  • Weitere Regel zur Allergenkennzeichnung:
    Für Allergene gelten heute noch mehr Kennzeichnungspflichten: Schon vor der LMIV mussten die Hersteller in der Zutatenliste allergene Zutaten deutlich kennzeichnen. Heute sind sie zusätzlich optisch hervorzuheben, etwa durch eine andere Schriftart oder eine andere Hintergrundfarbe. Außerdem gibt es zusätzlich eine Informationspflicht zu Allergenen sogar für unverpackte Lebensmittel.
  • Herkunftskennzeichnung mit Folgenabschätzung:
    Eine neue Herkunftskennzeichnung wurde für Frischfleisch eingeführt. Neben der Angabe zur Herkunft von Rindfleisch, die schon galt, wird in Zukunft auch bei Schwein, Lamm, Geflügel und Ziege angegeben, wo sie herkommen. Ob weitere Verpflichtungen zur Herkunftskennzeichnung machbar und sinnvoll sind, wird eine so genannte „Folgeabschätzung“ durch die Europäische Kommission erst zeigen. Es ist ein absolutes Muss, vor der Einführung derart weit reichender Verpflichtungen, alle möglichen finanziellen und praktischen Auswirkungen zu untersuchen.
  • Sogenannte Lebensmittelimitate deutlicher machen:
    Bei Lebensmitteln, bei denen ein Bestandteil, der klassischer Weise verwendet wird, durch eine andere Zutat ersetzt wird, muss die Kennzeichnung das deutlich machen. Neben dem Produktnamen wird auf den Ersatzstoff hingewiesen. Fleisch- oder Fischerzeugnisse, die den Anschein erwecken könnten, es handele sich um ein gewachsenes Stück, die aber aus kleineren Stücken zusammengesetzt sind, tragen den Hinweis „aus Fleischstücken zusammengefügt“ oder „aus Fischstücken zusammengefügt“.
  • Schriftgrößen für Pflichtangaben:
    Die festgelegten verpflichtenden Angaben stehen an einer gut sichtbaren Stelle deutlich, gut lesbar mit einer Mindestschriftgröße von 1,2 mm. Ist die größte Oberfläche der Verpackung kleiner als 80 Quadratzentimeter muss die Schrift 0,9 mm groß sein.

Die deutsche Lebensmittelwirtschaft wird die Verordnung engagiert umsetzen. Sie hätte sich aber orientiert an dem Maßstab „Bessere Rechtssetzung“ schlankere Lösungen vorgestellt. Die rechtlichen Vorschriften für die Herstellung von Lebensmitteln sind enorm umfangreich und dadurch nicht einfach für diejenigen, die sie anwenden müssen. Übergangsfristen zwischen drei und fünf Jahren gewährleisten eine machbare Umstellung des ganzen europaweiten Systems.

Weiterführende Inhalte


Druckansicht
Artikel bewerten

Info

Informationen für Journalisten

Sind Sie Journalist/in und möchten überall auf dieser Website zusätzliche Infos für Medien einblenden?

Ja Nein

Aktuell

  • Vom Nürnberger Bund zum BLL

    Vom Nürnberger Bund zum BLL Am 10. März 1955 fand die Gründungsversammlung des BLL statt. Doch die Geschichte des Verbandes reicht weiter zurück – bis ins Jahr 1901.
    Mehr ...
  • Erfolgreiche Grüne Woche für die Spitzenverbände der Lebensmittelwirtschaft

    Erfolgreiche Grüne Woche für die Spitzenverbände der Lebensmittelwirtschaft Zufrieden blicken BLL und BVE auf eine erfolgreiche Internationale Grüne Woche zurück.
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
  • Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Infografik: Wichtigste Neuerungen der LMIV

    Seit 13. Dezember 2014 gilt die LMIV verbindlich in allen EU-Mitgliedsstaaten. Die Infografik erklärt bildlich die wichtigsten Neuerungen.
    Mehr ...

Meistempfohlen

  • Infografik: Wichtigste Neuerungen der LMIV

    Seit 13. Dezember 2014 gilt die LMIV verbindlich in allen EU-Mitgliedsstaaten. Die Infografik erklärt bildlich die wichtigsten Neuerungen.
    Mehr ...
  • 124
  • 27
  • Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
  • 12
  • 11
  • „Solange Brot gegessen wird, braucht es jemanden, der das Mehl dazu herstellt.“

    Verfahrenstechnologe Tony B. erklärt, wie er zu seinem Beruf gekommen ist, was eine „Müllerrunde“ beinhaltet und warum man bei der Getreideverarbeitung meist eine Maus in der Hand hat.
    Mehr ...
  • 16
  • 2

Politik Politik

  • Pressemitteilung

    Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat sich bewährt

    Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) begrüßt den Evaluierungsbericht zum Deutschen Lebensmittelbuch und der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK), den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegt hat als gute Grundlage für die notwendigen Reformmaßnahmen.
    Mehr ...
  • Pressemitteilung

    Zucker-Leitlinie der WHO ist Scheinlösung und basiert auf zweifelhafter Datenlage

    Ein Vollkornbrötchen mit süßem Brotaufstrich, ein Glas Orangensaft und eine Tasse Kaffee – ein klassisches deutsches Frühstück ist in Gefahr. Zumindest, wenn es nach der WHO und ihrer jüngst veröffentlichten Zucker-Leitlinie geht.
    Mehr ...
  • Votum zur Herkunftskennzeichnung lässt viele Fragen offen

    Der BLL äußert Kritik an der Abstimmung im europäischen Parlament über eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch, das als Zutat in verarbeiteten Produkten verwendet wird. „Das pauschale Votum lässt alle Fragen unbeantwortet, die die Folgenabschätzung der Europäischen Kommission letztes Jahr aufgeworfen hat“, erklärt Christoph Minhoff.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • FDE-Leitfaden zur LMIV

    FDE-Leitfaden zur LMIV Anleitung zu Nährwert-, Herkunfts-, Allergen-Kennzeichnung und Lesbarkeit.
    Download PDF

Veranstaltungen Veranstaltungen

  • 20.05.2015 - 21.05.2015

    BLL-/ILWI-Grundlagenseminar Lebensmittelrecht 2015

    Das Grundlagenseminar gibt einen Überblick über die wichtigsten nationalen und europäischen Bestimmungen des Lebensmittelrechts.
    Mehr ...