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Gentechnik

Die Gentechnik bezeichnet einen Wissenschaftszweig, der sich mit der gezielten Änderung des Erbgutes beschäftigt, z. B. durch Isolierung bestimmter Gene oder deren Neukombination. Dadurch können Gene besser entschlüsselt und verstanden werden, was unerlässlich für die Erforschung von Krankheitsursachen und somit der Entwicklung von geeigneten Medikamenten ist. Auch widerstandsfähigere Pflanzen können so gezüchtet werden. Die Gentechnik wird deshalb in vielen Teilen der Welt bereits für die Rohstoff- und Lebensmittelproduktion eingesetzt – dennoch ist sie in der öffentlichen und politischen Diskussion ein umstrittenes Thema. Die teilweise sehr unterschiedlichen Einschätzungen basieren oftmals auf unterschiedlichen Wertvorstellungen, ethischen Bedenken, emotionalen Aspekten oder Unsicherheiten.

Die Gentechnik lässt sich in drei große Anwendungsgebiete unterscheiden:

  • Grüne Gentechnik: Gentechnische Verfahren zur Nutzung in der Landwirtschaft und Ernährungsindustrie.
  • Rote Gentechnik/Biotechnologie: Biotechnologische Verfahren zur Nutzung medizinischer Zwecke im Bereich Diagnose und Therapie, z. B. Entwicklung von Medikamenten.
  • Graue oder weiße Gentechnik/Biotechnologie: Biotechnologische Methoden zur Herstellung z. B. von Enzymen oder Chemikalien für industrielle Zwecke.

Die „grüne“ Gentechnik hat das Ziel, landwirtschaftliche Erträge zu steigern, z. B. durch Saatgutoptimierung, aber auch durch die Optimierung der Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge. Grüne Gentechnik trägt so zur Versorgungssicherheit und zum Umweltschutz bei, denn je widerstandsfähiger eine Pflanze ist, desto weniger bedarf es des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und anderen Ressourcen. Weitere Zielsetzungen sind die Verbesserung des Schutzes der Umwelt in Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung (einschließlich der Möglichkeit zur Leistung eines Beitrages zum nachhaltigen Wirtschaften), die Erhöhung von Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität und die Entwicklung bedarfsangepasster Nahrungspflanzen bzw. Lebensmittel.



Die deutschen Konsumenten sprechen sich in Umfragen klar gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus. In anderen Ländern ist die Skepsis offenbar nicht vorhanden, denn im Jahr 2012 wurden weltweit auf 170 Millionen Hektar Fläche gentechnisch veränderte Lebensmittel angebaut (Quelle: transgen.de). Dabei handelt es sich vornehmlich um Pflanzen wie Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Raps, die in Deutschland in erster Linie als Futtermittel für Nutztiere dienen oder für die Produktion von Verarbeitungshilfsstoffen genutzt werden und daher für die menschliche Ernährung nur indirekt eine Rolle spielen.

Auf diese Weise und aufgrund der globalen Handelsströme kommen allerdings auch hierzulande nach offiziellen Angaben ca. 60 bis 70 Prozent der Lebensmittel in ihrem Produktleben auf unterschiedlichste Weise mit Gentechnik in Berührung. Dabei schlägt z. B. auch die hohe Importquote bestimmter Waren zu Buche. Soja-Importe beispielweise enthalten überwiegend Anteile gentechnisch veränderter Pflanzen. Ein Verzicht auf diese Einfuhren würde allerdings zu einer dramatischen Versorgungslücke führen und ist daher unrealistisch.

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