Startseite
Ernährung

Minimierung von trans-Fettsäuren

Gemeinsame Initiative der deutschen Lebensmittelwirtschaft und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Hinblick auf die "Leitlinien zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln"
Die Lebensmittelwirtschaft arbeitet bereits seit Jahren erfolgreich daran, den Gehalt an trans-Fettsäuren aus teilgehärteten Fetten in Lebensmitteln zu reduzieren. Die hierdurch deutlich abgesenkten Werte und inzwischen erreichten durchschnittlichen Aufnahmemengen von trans-Fettsäuren in der Bevölkerung sind gesundheitlich unbedenklich.

trans-Fettsäuren (TFA) erhöhen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Risiko zur Entstehung von Herz-Kreislaufkrankheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher, nicht mehr als 1 Prozent der Nahrungsenergie in Form von TFA zu verzehren. Nach Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) auf Basis der letzten Erfassung der Verzehrsdaten der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) von 2005 bis 2006 und TFA-Gehaltsdaten aus der Lebensmittelüberwachung von 2008 bis 2009 lag der mittlere TFA-Verzehr in Deutschland zwischen 0,77 und 0,92 Prozent der Nahrungsenergie und damit unterhalb der Empfehlungen der DGE.

Nach den vom BfR ausgewerteten Daten verzehrten ca. ein Drittel der Männer in der Altersgruppe von 14–34 Jahren im vorbenannten Datenerfassungszeitraum mehr TFA als die von der DGE benannten 1 Prozent der Nahrungsenergie, wobei die erhöhte TFA-Aufnahme im Wesentlichen aus dem erhöhten Verzehr von nicht-ruminanten6 TFA resultierte. Aufgrund dieser Datenlage sieht das Ministerium im Hinblick auf diese Bevölkerungsgruppe Handlungsbedarf in Form der vorliegenden Initiative.

Ziel ist, den unvermindert anhaltenden Prozess der weiteren Reduktion an nicht-ruminanten TFA fortzuführen, um erhöhte TFA-Aufnahmemengen zu verringern, soweit unter Berücksichtigung der technologischen Möglichkeiten machbar und in vernünftiger Weise erreichbar. Besonderheiten werden in den jeweiligen Produkt-Leitlinien aufgezeigt. Bei der Festlegung von Zielwerten wird eine Anlehnung an die Aktivitäten auf europäischer Ebene unter Beteiligung der Europäischen Kommission und der Verbände der Lebensmittelwirtschaft für sinnvoll erachtet.

Es wurden mit wissenschaftlicher Unterstützung des Max Rubner-Institutes eine Rahmen-Leitlinie und verschiedene Produkt-Leitlinien entwickelt, die die Lebensmittelhersteller bei der Reduktion von nicht-ruminanten TFA unterstützen sollen.

Maßnahmen und Umsetzung


Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) als Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft veröffentlicht seit 2013 regelmäßig Gesamtberichte über die getroffenen Maßnahmen und informiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) darüber.

Dritter Bericht
Bild

Der 3. Bericht seit der Unterzeichnung der Initiative im Juni 2012 gibt einen ausführlichen Überblick über die Maßnahmen, die von den Verbänden bis dato getroffen wurden, um die Leitlinien zeitnah und bestmöglich umzusetzen.

Die Umsetzung der Leitlinien zur TFA-Reduktion ist für die Lebensmittelwirtschaft eine besondere Herausforderung, die sich unter anderem aus den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen ergibt: So darf nach den Bestimmungen der neuen Lebensmittelinformations-Verordnung der TFA-Gehalt nicht gekennzeichnet werden. Ebenso wenig ist nach der Verordnung (EG) 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben ein Hinweis auf einen niedrigen TFA-Gehalt möglich. Somit muss der Öl- und Fettanwender, der seine Rohwaren auch im Groß- und Einzelhandel einkauft, große Anstrengungen unternehmen, um sich beim Einkauf seiner Zutaten für das "richtige und TFA-arme Produkt" zu entscheiden. Er muss sich aktiv außerhalb der Kennzeichnungselemente informieren. Dazu muss ein Problembewusstsein auch auf Anwenderseite geschaffen werden.

Für die Bereitstellung TFA-armer Öle und Fette stellt die Fetthärtung (bzw. Hydrierung) eine wichtige Schlüsseltechnologie dar. Die Verwendung hydrierter Fette ist deklarationspflichtig. Dabei wird bisher nicht zwischen Teilhärtung und vollständiger Härtung unterschieden. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher setzen jedoch den Begriff "gehärtete Fette" mit hohen TFA-Gehalten gleich, obwohl diese Schlussfolgerung nicht richtig ist. Wird der Prozess der Fetthärtung vollständig durchgeführt, entstehen keine TFA. Nur bei der Teilhärtung können" je nach Fettart und Verfahren" hohe TFA-Gehalte entstehen.

Den Unterzeichnern ist es trotz der komplexen Rahmenbedingungen ein besonderes Anliegen, dass die Leitlinien in der täglichen Praxis der Lebensmittelerzeugung möglichst branchenweit Anwendung finden.

Downloads


1. Bericht zur gemeinsamen Initiative der deutschen Lebensmittelwirtschaft und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
2. Bericht
3. Bericht

Das Initiativpapier, die Rahmen-Leitlinie sowie die branchenspezifischen Produkt-Leitlinien stehen nachfolgend zum Download bereit:
Inhaltsverzeichnis
Initiativpapier
Rahmen-Leitlinie
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Backmargarinen, Ziehmargarinen und Kremmargarinen
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Frittierölen und -fetten
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Siedeölen und -fetten
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Knabberartikeln (BDSI)
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Feinen Backwaren (BDSI)
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Kartoffelverarbeitungsprodukten (BOGK)
Produkt-Leitlinie zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Tiefkühl-Pizzen (DTI)
Druckansicht
Artikel bewerten

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Veranstaltung, Ernährung, Dialog
    Gemeinsam Verantwortung zeigen für einen gesunden Lebensstil
    BLL-Ernährungstagung 2015 in der Berliner Kalkscheune
  • Politik, Kultur, Ernährung
    „Was wir verlieren sind nicht Kilos, sondern Kulturgüter“
    Mit Reduktionsstrategie gefährdet Minister Traditionsprodukte
  • Ernährung
    Wer isst was und was nicht?
    Kleines Glossar verbreiteter Ernährungsformen und Diäten
  • Ernährung
    Sind Süßstoffe indirekte Dickmacher, weil sie den Appetit anregen?
  • Ernährung, Wissenschaft
    Freispruch für süße Sünden?
    Metastudie zu Süßwarenkonsum und Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Aktuell

  • Politik

    Was bedeutet Wahlfreiheit für Sie, Herr Tissen?

    Was bedeutet Wahlfreiheit für Sie, Herr Tissen? #BehaltedieWahl: Das sagt der Hauptgeschäftsführer der WVZ.
    Mehr ...
  • Politik

    Was bedeutet Wahlfreiheit für Sie, Herr Dr. Keller?

    Was bedeutet Wahlfreiheit für Sie, Herr Dr. Keller? #BehaltedieWahl: Das sagt der Geschäftsführer des deutschen Fischverbands.
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Kennzeichnung

    Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
  • Politik

    Was bedeutet Wahlfreiheit für Sie, Herr Dr. Keller?

    #BehaltedieWahl: Das sagt der Geschäftsführer des deutschen Fischverbands.
    Mehr ...

Meistempfohlen

  • Was war da los beim Spiegel? – Unser Leserbrief zum Artikel „So schmeckt die Zukunft“

    Der Artikel von Spiegel-Autor Jörg Blech verletzt elementare Grundsätze journalistischer Standards. BLL-HGF Christoph Minhoff hat dem Magazin einen Leserbrief gesendet, den wir hier in voller Länge veröffentlichen.
    Mehr ...
  • 62
  • Verbraucher

    Projekt „Lecker tafeln!“ mit Bundespreis ausgezeichnet

    Für vorbildhaftes Engagement gegen die Verschwendung von Lebensmitteln hat gestern „Lecker tafeln!“ den „Zu gut für die Tonne!“-Bundespreis erhalten. Der BLL ist einer der drei Projektpartner.
    Mehr ...
  • 24
  • 9
  • Nahrungsergänzung

    Gesundheitssystem: Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro möglich

    Eine breitere Verwendung von NEM mit Calcium und Vitamin D könnte dazu beitragen, allein in Deutschland über 1 Mrd. Euro durch Vermeidung osteoporosebedingter Knochenbrüche einzusparen – pro Jahr.
    Mehr ...
  • 25
  • 3

Presse & Politik Presse & Politik

  • Pressemitteilung

    Nationale Reduktionsstrategie: Minister bringt Kulturgüter in Gefahr

    Kritisch und mit großer Sorge betrachtet der BLL den vom BMEL vorgelegten Entwurf für eine „Nationale Strategie für die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten“.
    Mehr ...
  • Pressemitteilung

    Stephan Nießner als BLL-Präsident bestätigt

    Die Mitgliederversammlung des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) hat heute in Berlin den bisherigen Präsidenten Stephan Nießner einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Engagement der Lebensmittelbranche

    Engagement der Lebensmittelbranche Informations-angebote unserer Mitglieder für einen gesunden Lebensstil.
    Download PDF
  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Verpackungs-angaben (z. B. Zutaten, MHD, Menge)
    Download PDF
  • Unsere Lebensmittelwirtschaft - eine starke Kraft für Deutschland

    Unsere Lebensmittelwirtschaft - eine starke Kraft für Deutschland Aktuelle Eckdaten der Branche.
    Download PDF
  • Die wichtigsten Aspekte der Lebensmittelsicherheit

    Die wichtigsten Aspekte der Lebensmittelsicherheit Die Lebensmittel-sicherheit umfasst die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Lebensmitteln. ...
    Download PDF
  • Flyer Mindest-haltbarkeitsdatum

    Flyer Mindest-haltbarkeitsdatum Zehn Fragen und Antworten rund um die Datumsangabe.
    Download PDF

Studien Studien

  • Ernährung

    Freispruch für süße Sünden?

    Freispruch für süße Sünden? Schokolade scheint keinen wesentlichen Einfluss auf die Entstehung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu haben - das lassen zumindest die Ergebnisse von 19 weltweiten Studien vermuten.
    Mehr ...