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Zucker - Fragen und Antworten


Die wichtigsten Fakten in Kürze:
  • Kohlenhydrate sind lebensnotwendig, da der Körper sie als Energiequelle für seinen Stoffwechsel braucht.
  • Zucker und Stärke sind Kohlenhydrate und wichtige Energielieferanten in der menschlichen Ernährung.
  • Der durchschnittliche Pro-Kopf-Absatz von Zucker/Saccharose in Deutschland ist seit 40 Jahren stabil und liegt bei rund 35 Kilogramm pro Jahr.
  • Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, die belegt, dass der Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich ist.
  • Übergewicht ist die Folge eines Ungleichgewichts von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch.
  • Zucker wie auch andere einzelne Makronährstoffe sind im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung nicht für Übergewicht und andere Krankheiten verantwortlich. Dementsprechend entbehren Werbeverbote bzw. diskriminierende Sondersteuern auf zuckerhaltige Lebensmittel jeder Grundlage. Steuern oder Werbeverbote machen nicht schlank.
  • Die Behauptung, Zucker könne süchtig machen, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Die Annahme beruht u. a. darauf, dass nach Zuckerverzehr im Gehirn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet wird. Eine Dopaminausschüttung ist aber nicht nur nach dem Verzehr von etwas Schmackhaftem wie Zucker, sondern in Folge aller "natürlichen Belohnungen" messbar. Zudem gibt es wesentliche Unterschiede zwischen dem Reaktionsmuster des Gehirns auf Drogen und dem auf "natürliche Belohnungen".


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Wofür brauchen wir Zucker?

Kohlenhydrate sind lebensnotwendig, da der Körper sie für seinen Stoffwechsel braucht. Kohlenhydrate liefern Energie in Form von Glukose. Allein das Gehirn benötigt etwa 130 g Glukose pro Tag. Eine dem Menschen angeborene Süßpräferenz dient der Sicherheit, denn Giftiges schmeckt selten süß. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt täglich ca. 50 Prozent der Nahrungsenergie durch Kohlenhydrate aufzunehmen. Dabei soll die Zuckeraufnahme einen moderaten Teil ausmachen.

Wie viel Zucker nehmen wir zu uns?

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Absatz von Saccharose ist seit 40 Jahren in Deutschland stabil und liegt bei rund 35 Kilogramm pro Jahr. Hierbei handelt es sich übrigens nicht um den Pro-Kopf Verbrauch, da in dieser Zahl auch der Absatz von Zucker im Non-Food-Bereich enthalten ist. Dem Ernährungsbericht 2004 ist zu entnehmen, dass der Zuckerverzehr ca. 30 Prozent geringer ist als der Zuckerabsatz. Dies bedeutet einen deutlich geringeren Pro-Kopf-Verzehr.

Ist Zucker für Übergewicht verantwortlich?

Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, die belegt, dass der Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel für die Entstehung von Übergewicht verantwortlich ist.
  • So weist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Rahmen ihres Gutachtens zu Referenzwerten für die Aufnahme von Kohlenhydraten und Ballaststoffen darauf hin, dass in epidemiologischen Studien kein Zusammenhang zwischen dem (Gesamt)Zuckerverzehr und Adipositas hergestellt werden konnte.
  • Die Ergebnisse der DONALD-Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung zeigen bei zwei- bis siebenjährigen Kindern keine Korrelation zwischen dem Konsum von zugesetztem Zucker und Übergewicht und dem Körperfettgehalt.
  • Weitere Studien zum Ernährungsverhalten der Kinder in Deutschland zeigen, dass sich weder das Ernährungsmuster noch der Verzehr einzelner Lebensmittel maßgeblich auf den Ernährungszustand auswirken. Zwischen der Lebensmittelauswahl von übergewichtigen und normalgewichtigen Kindern sind kaum Unterschiede zu erkennen.

Ist Fruchtzucker (Fruktose) ein Dickmacher?

Ein Zusammenhang zwischen der Fruktosezufuhr, wie sie über eine normale Kost erfolgt, und Übergewicht ist wissenschaftlich nicht belegt. Zu dieser Feststellung gelangten sowohl Professor Dr. Hans Hauner mit seiner umfassenden Bewertung des aktuellen Forschungsstands als auch Professor J.L. Sievenpiper mit seiner Meta-Analyse aus dem Jahr 2012 von 41 Interventionsstudien mit Fruktose.

Wie kommt es zu Übergewicht und Adipositas?

Bei der Entstehung von Übergewicht spielen viele lebensstilabhängige und lebensstilunabhängige Faktoren eine Rolle. Dazu gehören neben dem Ernährungsverhalten insbesondere die genetische Veranlagung sowie sozioökonomische Faktoren (Bildungsstand, soziale Schicht, Herkunft), geringe körperliche Aktivität und psychosoziale Aspekte. Übergewicht stellt also ein vielschichtiges und gesamtgesellschaftliches Problem dar, dessen Lösung umfassender, ganzheitlicher Ansätze bedarf. In dieser Analyse stimmen Experten einhellig überein. Eine wichtige Ursache ist dabei Bewegungsmangel bzw. der gesamte Lebensstil, denn Übergewicht ist die Folge eines Ungleichgewichts von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch. So bewegen sich vor allem Kinder und Jugendliche heute deutlich weniger als vor zehn oder 20 Jahren. Die Ergebnisse der EsKiMo-Studie zeigen gleichzeitig, dass die durchschnittliche Energiezufuhr bei Jungen mit 103 Prozent nur geringfügig über und bei den Mädchen mit 96 Prozent sogar leicht unter den Empfehlungen der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Ernährung liegt . Auch die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie weisen darauf hin, dass sich in den letzten Jahren weniger die Kalorienaufnahme, sondern vielmehr der Kalorienverbrauch ungünstig verändert hat. Sie zeigen, dass die mittlere Energiezufuhr bei Frauen und Männern den Richtwerten der DGE für eine Energiezufuhr bei geringer körperlicher Aktivität entspricht.
Es ist deshalb nicht zutreffend, Übergewicht allein auf die Ernährung zurück zu führen und hierfür wiederum ausschließlich die Lebensmittelwirtschaft verantwortlich zu machen.

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