BLL - Bund für Lebensmittelrecht und LebensmittelkundeBLL - Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde

Produkterpressung und Krisenmanagement


Lebensmittelunternehmen sind immer wieder Opfer krimineller Produkterpressungen.

Erpresser sind oft Einzeltäter, die allein durch das Schüren von Verbraucher-Ängsten bei den Unternehmen und in der Öffentlichkeit Schaden anrichten. Konkrete Fälle der Kontaminierung von Produkten sind selten. In jedem Fall ist schnelles und effizientes Handeln erforderlich.

Was rät der BLL seinen Mitgliedern?

  1. Unmittelbare Kontaktaufnahme mit der Polizei
    Jede Produkterpressung ist eine kriminelle Handlung, die alle Bürger gefährdet, weil sie gegen alle gerichtet ist. Um den bestmöglichen Schutz der Allgemeinheit zu gewährleisten, rät der BLL zu einer sofortigen Kontaktaufnahme mit der Polizei. Sie hat fundierte Kenntnisse von Täterpsychogrammen, konnte bisher alle Erpressungsversuche im Lebensmittelbereich aufklären und kann daher über geeignete Maßnahmen entscheiden. Alle Aktivitäten sind mit der Polizei abzusprechen. Ein Krisenstab ist sofort im Unternehmen einzurichten, um eine Kanalisierung der Informationswege auf wenige Verantwortungsträger zu erreichen.
  2. Verbraucherschutz hat höchste Priorität
    Der Schutz des Verbrauchers hat höchste Priorität. Die brancheninternen Kontakte zwischen Hersteller und Handel müssen aktiviert werden, um Sofortmaßnahmen abzustimmen. Selbstverständlich sind die Verbraucherinteressen hierbei den Geschäftsinteressen übergeordnet.
    Auch Verbraucher selbst können mithelfen, indem sie bei Einkäufen auf unversehrte Verpackungen achten und das Personal auf beschädigte Waren aufmerksam machen.
  3. Medienarbeit grundsätzlich mit der Polizei
    Jegliche Medienarbeit in einer aktuellen Erpressungslage sollte grundsätzlich auch in Absprache mit der Polizei erfolgen. Diese verfügt über ein hohes Erfahrungswissen und kann aufgrund der ihr vorliegenden Informationen das Erfordernis einer Medienunterrichtung, deren Auswirkung auf Gefahrenlage und Ermittlungsmaßnahmen sachgerecht beurteilen. Ein zuständiger Ansprechpartner für Polizei und Presse sollte hierbei von dem betroffenen Unternehmen bestimmt werden. Falls Medienkontakte gewünscht werden, gilt: Nur Kompetenz schafft Vertrauen, d. h., je bedeutsamer und bedrohlicher der Fall, desto höher muß die in den Medien agierende Unternehmensstelle angesiedelt sein.
Diese drei Punkte sollten der Kern eines vorsorglich ausgearbeiteten Krisenplanes bei den Unternehmen sein, der im Bedarfsfall unverzüglich umgesetzt werden kann.

Was kann der Verband in der Krise leisten?

Der BLL bietet ein Kommunikationsforum mit fachlicher und personeller Unterstützung, gibt Rat und praktische Hilfe bei der Krisenkommunikation. Er versteht sich auch hier zuerst als Dienstleister für seine Mitglieder in der Verantwortung für alle Verbraucher.
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