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Lebensmittelwirtschaft begrüßt Absage an die Ampel


Bonn, 07.03.2008

Die Lebensmittelwirtschaft begrüßt die Absage des deutschen Bundestages an alle Forderungen nach der Ampelkennzeichnung für Lebensmittel und unterstützt weiter die Empfehlung von Bundesminister Seehofer für eine sachliche und faktische Nährwertkennzeichnung. "Bereits heute tragen mehr als zwei Drittel aller Lebensmittel Nährwertkennzeichnung und die Tendenz ist weiter steigend" sagt Prof. Dr. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL).

Klarstellungsbedarf sieht Horst jedoch in Bezug auf die Äußerungen von Staatssekretär Müller, der in der Debatte angekündigt hatte, eine Umfrage zur farblichen Unterlegung der Nährwertkennzeichnung starten zu wollen. "Das wäre dann in der Tat die Ampel und deshalb gehen wir davon aus, dass dies nicht das Ziel des Ministers sein kann", so Horst.

Eine mehr oder minder willkürliche Einteilung der Lebensmittel oder von einzelnen Nährstoffen in "gut" und "schlecht" ist für die Wirtschaft nicht akzeptabel. Sie bringt auch dem Verbraucher allenfalls Verwirrung, weil es gerade nicht auf die Bewertung einzelner Lebensmittel ankommt, sondern auf eine ausgewogene Ernährung, in der alle Lebensmittel ihren Platz haben. Gleichwohl wird dem Verbraucher suggeriert, er könne sich – ohne weiteres Nachdenken – gesund ernähren, wenn er nur möglichst viele Produkte mit grünen Punkten wählt. Ernährung ist so einfach nicht und dass es sich Politik und Gesetzgeber so einfach nicht machen dürfen, liegt eigentlich auf der Hand.

Die Verzehrsampel ist deshalb nicht die einfache und verbraucherfreundliche, weil leicht verständliche Kennzeichnung, als die sie immer hingestellt wird. Sie ist auch nicht geeignet, das Übergewichtsproblem zu lösen. Im Gegenteil: Sie ist wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, intransparent und für die Verbraucher nicht nachvollziehbar. Und selbstverständlich lässt sich mit einer Ampelkennzeichnung Verbraucherverhalten ebenso wenig ändern, wie das Übergewichtsproblem lösen. Die Ampel ist deshalb eine Mogelpackung.

Der BLL empfiehlt seinen Mitgliedern die Angabe von Brennwert (Kalorien), Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett, jeweils bezogen auf 100 g/ml. Zusätzlich empfohlen wird die GDA-Kennzeichnung zu den Kalorien, dass heißt die Angabe des prozentualen Anteils am durchschnittlichen Tagesbedarf. Das ist eine echte Hilfestellung, anders als die Kennzeichnung mit einer Vielzahl von grünen, gelben und roten Punkten, die dem Verbraucher nichts bringt.
Die Initiative der Wirtschaft hat bereits zu einer deutlichen Zunahme des Anteils von Produkten mit Nährwertkennzeichnung geführt: Eine vom BLL im Herbst 2007 in Auftrag gegebene Studie der GfK hat ergeben, dass mehr als 60 Prozent aller Produkte Nährwertkennzeichnung tragen, Tendenz steigend. Diese Zahl wird heute schon deutlich höher liegen, denn Industrie und Handel setzen auf breiter Basis auf Nährwertkennzeichnung und reagieren damit auf das gestiegene Interesse der Verbraucher an genau dieser Information. Weitere Informationen gibt es über Hotlines oder Internetportale.

Das Positionspapier des BLL zum Thema können Sie herunterladen.


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – an.

Für weitere Informationen:

Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
RA Peter Loosen, LL.M.
Büro Brüssel:
Tel.: +32 2 50810-23
Büro Bonn:
Tel.: +49 228 81993-141
Fax: +49 228 81993-241
E-Mail: ploosen@bll.de, Internet: www.bll.de

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