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Es geht um die Wurst


Was für eine Diskussion! Nach hunderten Jahren Existenz der Leberwurst wird ihr Anteil an Leber kritisiert. Dabei ist die Zusammensetzung in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnis des Deutschen Lebensmittelbuchs beschrieben. Die Zusammensetzung einer Wurst ist zum Glück nicht in Stein gemeißelt. Sonst würde es sowohl internationale wie auch regionale Besonderheiten und die leckere Vielfalt im Angebot nicht mehr geben. Leberwurst enthält viel mehr als Leber! Die Pfälzer Leberwurst beispielsweise ist eine Kochwurst aus Schweinefleisch, Schweineleber und Schweinespeck sowie Zwiebeln, Salz und speziellen Gewürzen. Leberwürste generell bestehen aus unterschiedlichen Anteilen von Schweinefleisch, Speck, Leber und zum Teil anderen Innereien sowie Gewürzen. Der Leberanteil liegt je nach Ausgangsmaterial und Herstellungsverfahren zwischen 10 und 30 Prozent. Mehr Leber würde der Wurst einen bitteren Geschmack geben.

Die hochwertigeren Leberwürste wie Delikatessleberwurst, Feine Leberwurst oder Kalbsleberwurst haben einen höheren Anteil an Muskelfleisch und Leber und enthalten keine anderen Innereien.

Auch die Zusammensetzung von Kalbsleberwurst ist im Wesentlichen festgelegt. In Kalbsleberwurst muss mindestens 15 Prozent Kalbs- oder Jungrindfleisch enthalten sein. Auch Kalbsleber gehört dazu. Wenn zusätzlich zum Kalbfleischanteil Schweineleber verwendet wird, heißt die Wurst Kalbsfleisch-Leberwurst.

Die Leitsätze für Lebensmittel werden von der Lebensmittelbuch-Kommission - bestehend aus Vertretern der Wissenschaft, Überwachung, Verbraucher und Wirtschaft - verabschiedet. Sie beschreiben die Verkehrsauffassung zu einzelnen Lebensmitteln. Verkehrsauffassungen können sich im Laufe der Zeit ändern. Deshalb werden auch die Leitsätze regelmäßig überarbeitet und angepasst.

Keine Sensation: Geflügelwurst mit Schweinefleisch!

Entscheidend für die Regeln der Zusammensetzung einer Geflügelwurst ist die Verkehrsauffassung – das heißt, was nach überlieferten, gelernten und begründeten Rezepturen dem Verbraucher vertraut ist. Das ist beispielsweise in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs festgeschrieben. Hierin fließen damit auch technologische Aspekte mit ein. Bei Geflügelwurst lassen sich nicht alle notwendigen Zutaten aus Geflügel gewinnen. Aus sensorischen und technologischen Gründen erfordert die Rezeptur für eine Geflügelwurst (Brühwurst oder Rohwurst) neben Muskelfleisch auch einen bestimmten Fettanteil, den Geflügel nur in geringen Mengen hat. In der Regel wird Schweinespeck verwendet. Geflügelfett ist nicht fest genug und kann auch deshalb nicht gut verwendet werden. Außerdem sprechen geschmackliche Gründe für die Verwendung von Schweinefleisch. Der Geschmack ist schließlich ein entscheidendes Kriterium. Wichtig: In der Zutatenliste steht immer die verwendete Fleischart.

Übrigens: Wollwürste enthalten ganz sicher keine Wolle ;-)! Sie sind eine der Münchner Weißwurst verwandte bayerische Spezialität aus Kalbs-, Jungrindfleisch und Schweinefleisch.

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