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Essverhalten und Ernährungszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Ergebnisse des Ernährungsberichts 2000


Welche Faktoren beeinflussen das Essverhalten von Kindern und Jugendlichen? Welchen Einfluss hat die Werbung? Und wie ist der Zusammenhang zum Körpergewicht? Prof. Pudel stellt im Ernährungsbericht 2000, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, eine Situationsanalyse des Ernährungszustands und des Ernährungsverhaltens von Kindern und Jugendlichen in Deutschland vor.

Ergebnisse:

Entwicklung der Häufigkeit von Übergewicht
Gemessen an Referenzgewichten von Erhebungen aus 1984 zeigt sich eine leichte Tendenz zur Zunahme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen.

Fernsehkonsum und sozialer Status im Verhältnis zum Übergewicht
Die Studie zeigt Zusammenhänge zwischen Körpergewicht und dem täglichen Fernsehkonsum sowie dem sozialen Status der Familien auf.
Übergewichtige Kinder verbringen täglich mehr als 2 Stunden, normalgewichtige Kinder ca. 1,5 Stunden vor dem Fernseher. Der Zeitaufwand für Schul- und Freizeitsport unterscheidet sich nach Angaben der Befragten dagegen nicht signifikant zwischen Normal- und Übergewichtigen.
In der höchsten von 5 klassifizierten sozialen Schichten - bewertet nach Ausbildung und Einkommen des Familienvorstandes - tritt Übergewicht weniger häufig auf als in den übrigen sozialen Schichten. Über die weiteren sozialen Schichten ist dieser Zusammenhang in dieser Studie nicht erkennbar.

Ernährungswissen
Das Ernährungswissen von Kindern und Jugendlichen reflektiert die Inhalte, die auch in der erwachsenen Bevölkerung abrufbar sind. So wissen z. B. 86% der Jugendlichen, dass Fett im Essen das Übergewicht am meisten fördert. Doch spiegeln sich gesundheitsrelevante Bezüge nicht in entsprechenden Essverhalten wieder. Selbst die gesundheitsbezogene Einstellung der Kinder hat keine sehr deutliche Beziehung zum Körpergewicht.

Analyse der Wirksamkeit von Werbespots in Bezug auf das Essverhalten
Des Weiteren wurde ein möglicher Einfluss der Lebensmittel-Werbung auf das Essverhalten, also auf den konkreten Verzehr der beworbenen Produkte untersucht. Ein Zusammenhang lässt sich allerdings nicht aufzeigen: Es gab keinen Unterschied in den Verzehrsmengen bei intensiv beworbenen Produkten zwischen Kindern und Jugendlichen, die Fotos aus Werbespots dem beworbenen Produkt sicher zuordnen konnten und denen, die solche Fotos kaum zuordnen konnten. Der Autor verweist auf mögliche andere Einflüsse, die eine stärkere Wirkung auf die Lebensmittelwahl haben könnten als TV-Werbung, beispielsweise die Existenz der Produkte im Handel und bei Freunden oder das Essverhalten von Freunden.

Methodik:
In einer für Deutschland repräsentativen Erhebung wurden anhand von standardisierten Fragebögen für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren Daten zum Ernährungsverhalten und -wissen, außerdem zu Körpermaßen, sportlicher Betätigung, soziodemographischen Faktoren und Fernsehgewohnheiten erhoben. Zusätzlich wurden Werbespots für Lebensmittel im Fernsehen zu kindergerechten Fernsehzeiten erfasst und im Hinblick auf Häufigkeit und qualitative Aspekte wie die Werbeaussage und Werbewirksamkeit analysiert.

Quelle:
Pudel, V (2000): Essverhalten und Ernährungszustand von Kindern und Jugendlichen - eine Repräsentativerhebung in Deutschland. In: Ernährungsbericht 2000. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Frankfurt. S115-146.
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