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Die Kieler Adipositas Präventionsstudie: Ursachen von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und Möglichkeiten der Prävention


Die seit 1996 laufende Kieler Adipositas Präventionsstudie (Kiel Obesity Prevention Study; KOPS) untersucht die Ursachen von Übergewicht im Kindesalter. Außerdem wird ein Konzept zur Vorbeugung von Übergewicht - ein sog. Interventionskonzept - erforscht.

Ergebnisse:

Sozialer Status der Familie und das Gewicht der Eltern
Kinder aus sozial schwachen Familien sind häufiger übergewichtig als Kinder aus besser gestellten Familien. So ist das Vorkommen von Übergewicht bei Kindern von Eltern mit Hauptschulabschluss dreifach höher als bei Kindern von Eltern mit Abitur. In sozial schwachen Familien ist zudem der Fernsehkonsum höher und die Kinder bewegen sich täglich weniger.

Das Gewicht der Eltern steht außerdem in einem positiven Zusammenhang zum Gewicht der Kinder, d. h. übergewichtige Eltern haben häufiger auch übergewichtige Kinder. Der soziale Status und das Gewicht der Eltern stellen in dieser Erhebung die stärksten Einflussfaktoren dar.

Verzehrsgewohnheiten haben kaum Einfluss auf das Übergewicht
Übergewichtige Kinder unterscheiden sich in dieser Erhebung kaum in ihren Verzehrsgewohnheiten von normalgewichtigen Kindern. Sowohl 13,3% der Kinder mit einem ‚guten' wie auch 15,7% mit einem ‚schlechten' Ernährungsmuster sind übergewichtig. Dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant. Allerdings ernährt sich nach diesem Index kein einziges Kind ‚sehr gut', weshalb dieser Bereich nicht untersucht werden konnte.

Möglichkeiten und Grenzen der Präventionsmaßnahmen
Die Schulintervention hatte eine positive Wirkung auf die Zahl der neuen Fälle, d. h. der Inzidenz des Übergewichts. Diese lag über vier Jahre betrachtet etwa 10% niedriger als in der nicht intervenierten Kontrollgruppe. Die Intervention zeigte keinen nennenswerten Effekt auf bereits bestehendes Übergewicht, ändert also nichts an den Problemen bereits übergewichtiger Kinder.

Methodik:

Von 1996 bis 2003 wurden etwa 7500 Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren in jährlichen schulärztlichen Eingangsuntersuchungen im Kieler Raum erfasst und im Hinblick auf biologische, sozioökonomische, ernährungs- und verhaltensrelevante Faktoren charakterisiert. Zusätzlich wurde an einer Untergruppe von bislang 780 Kindern eine einfache Intervention als Präventionsmaßnahme in Gruppen mit dem Ziel der Gesundheitsförderung durchgeführt. So wird u. a. ein 6-stündiger Ernährungsunterricht in Schulen durchgeführt. Die Kinder werden bis zum Alter von 13-14 Jahren nachuntersucht.

Quellen:
Müller MJ (2003): Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - Ursachen und Möglichkeiten der Prävention. In: BLL (2003): In Sachen Lebensmittel. Jahrestagung 2003. Ansprachen und Vorträge. S.38-64.

Müller MJ, Asbeck , Mast M, Langnäse K, Grund A (2001): Prevention of obesity - more than an intervention. Concept and first result of the Kiel Obesity Study (KOPS). International Journal of Obesity 25 (Suppl. 1):S66-74.

Langnäse K, Mast M, Müller MJ (2002): Social class differences in overweight of prepubertal children in Northwest Germany. International journal of obesity and related metabolic disorders : Journal of the International Association for the Study of Obesity, Vol. 26(4):S566-572.
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