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NGG-Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg "ich bin stolz für die Menschen tätig zu sein, die Lebensmittel herstellen"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Franz-Josef Möllenberg beschäftigte sich in seiner Rede mit dem Wert der Lebensmittel und der Lebensmittelwirtschaft. Dass das tägliche Essen sichergestellt ist, sei das Ergebnis der Branche, die mit ihren rund vier Millionen Beschäftigten an dritter Stelle der Wertschöpfung in Deutschland stehe. Möllenberg kritisierte ebenfalls das Portal "Klarheit und Wahrheit". Wenn die Politik dies Thema so plakativ aufgreife, werde die falsche Vorstellung hervorgerufen als ob die Lebensmittelwirtschaft nicht klar wäre, nicht wahr wäre - das Gegenteil ist der Fall. Die Beschäftigten der Lebensmittelwirtschaft seien stolz auf ihre Unternehmen und ihre Produkte. Der NGG-Vorsitzende rief dazu auf, die Verbraucher nicht zu verunsichern, sondern gemeinsam Lösungen zu finden und für Transparenz einzutreten.


Vortrag Franz-Josef Möllenberg

Präsentation Franz-Josef Möllenberg





Vortrag NGG-Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg:
"Lebensmittel und Lebensmittelwirtschaft haben ihren Wert"




Lieber Herr Doktor Wolf, lieber Herr Professor Horst, Herr Abraham, meine sehr geehrten Damen und Herren,
es ist für mich und meine Organisation eine große Ehre, dass wir mit Ihnen ein paar Gedanken austauschen können. Sie sollten wissen, dass ich im Prinzip ein wertkonservativer Mensch bin. Aus unserer Sicht möchte ich einfach zu dem Stellung nehmen, was uns in der Lebensmittelwirtschaft und zum Thema Lebensmittel beschäftigt.


"Ich bin stolz, für die Menschen tätig sein zu dürfen, die in Deutschland Lebensmittel herstellen!"


Mit verschiedenen Handlungsweisen und Positionen, die Frau Aigner oder die Politik uns bescheren, bin ich überhaupt nicht einverstanden. Ich bin auch mit vielen Dingen, die in der Ernährungswirtschaft passieren, nicht einverstanden. Die Tarifpolitik beispielsweise macht mir im Moment das Leben schwer. Aber das lassen wir jetzt beiseite. Ich will zu Beginn ein Bekenntnis abgeben: Ich bin stolz, für die Menschen tätig sein zu dürfen, die in Deutschland Lebensmittel herstellen, Mittel zum Leben!
Ich finde es äußerst schade, wie die Leistung der Menschen, die Lebensmittel herstellen, und wie die Leistung von Unternehmen, die Lebensmittel herstellen und vertreiben, in der Öffentlichkeit, in der veröffentlichten Meinung beurteilt werden, wie sie an den Pranger und - wie ich finde - auch unberechtigt an den Pranger gestellt werden. Daher habe ich zum Beispiel auch den Stern aus der letzten Woche mitgebracht.


"Ich bin sehr dafür, dass man sich mit Themen sachlich auseinandersetzt!"


Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich bin sehr für Kritik. Auch Gewerkschaften nehmen sich heraus, Kritik zu üben. Aber ich bin auch sehr dafür, dass man sich mit Themen sachlich auseinandersetzt. Wenn natürlich der Stern beispielsweise schreibt: "Wie uns die Industrie süchtig und krank macht" oder wenn Bücher wie: "Die Essensfälscher", "Tiere essen", "Anständig essen" auf den Weg gebracht werden, dann steht das eigentlich im Widerspruch zu dem, was uns tagtäglich beschäftigt.

"Ich fordere die Ernährungswirtschaft auf, dass sie geschlossen miteinander antreten, um ihre erfolgreiche Arbeit entsprechend zu vertreten!"



Ich fordere die Ernährungswirtschaft und alle, die in der Wertschöpfungskette mit Lebensmitteln zu tun haben, auf, dass sie geschlossen miteinander antreten, um letztendlich das, was an erfolgreicher Arbeit geleistet wird, auch entsprechend zu vertreten. Das fängt bei den Bauern, den Landwirten an, setzt sich über die Industrie, über das Handwerk fort und geht bis hin zum Handel.

"Die Lebensmittel und die Lebensmittelindustrie haben einen hohen Wert."



Die Lebensmittel und die Lebensmittelindustrie haben einen verdammt hohen Wert. Wir Menschen müssen tagtäglich Lebensmittel zu uns nehmen. Wir müssen essen und trinken, um überhaupt leben zu können. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Meinen Kollegen Berthold Huber von der IG Metall oder Frank Bsirske von ver.di, von meinen beiden großen Schwestergewerkschaften, sage ich ab und zu: "Die Gewerkschaft NGG ist nicht nur die älteste deutsche Gewerkschaft, sondern auch die wichtigste deutsche Gewerkschaft. Wenn es unsere Mitglieder nicht gäbe, dann gäbe es nichts zu essen und zu trinken, dann würde die Menschheit aussterben."
Ich sage Ihnen dieses Beispiel aus einem ganz einfachen Grund. Die Leistung, die erbracht wird, dass wir Grundbedürfnisse, Grundwerte erfüllen, dass wir das tägliche Essen sicherstellen und dass in Deutschland beispielsweise niemand mehr hungert, ist das Ergebnis der Arbeit in der Nahrungsmittelwirtschaft. Die Tatsache, dass Lebensmittel in den letzten 50 Jahren heute zu einem sehr, sehr niedrigen Preis zu haben sind, ist das Ergebnis der Arbeit in der Lebensmittelwirtschaft. Die Tatsache, dass wir heute Lebensmittel haben, die qualitativ hochwertiger sind als vor 50 Jahren vor 40 oder vor 30 Jahren ist das Ergebnis der Arbeit in dieser Branche. Qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel sind das Ergebnis der Arbeit in unserer Lebensmittelwirtschaft.

"Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Politik es nicht so ernst meint, wie diese Branche es in der Gesamtheit verdient!"



Wir lassen uns manchmal von Medienvertretern in die Ecke stellen. Damit will ich keine Medienschelte betreiben. Aber wir lassen uns - eine ganze Branche - in die Ecke stellen, wenn tatsächliche oder vermeintliche Skandale stattfinden, die durch kriminelle Energie ausgelöst werden und schwanken dann zwischen Hysterie und Verharmlosung. Ich denke, dass es an der Zeit ist, aus dieser Ecke rauskommen. Die Ernährungswirtschaft liegt, was die Umsatzzahlen, die Wertschöpfung angeht, an dritter Stelle in der Bundesrepublik Deutschland. In Industrie, Landwirtschaft, Handel, das Gastgewerbe und das Handwerk sind es insgesamt rund vier Millionen Menschen, die in dieser Branche tätig sind und Wertschöpfung betreiben. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Politik es nicht so ernst meint, wie diese Branche es in der Gesamtheit verdient!

"Mit einer Kampagne "Klarheit und Wahrheit", sorgt man dafür, dass die Menschen meinen, dass es bisher nicht klar ist, dass bisher gelogen und betrogen wird. Das ist der falsche Zungenschlag!"



Ich sage Ihnen auch, warum ich zu dieser Schlussfolgerung komme. Wenn die Politik ein Thema aufgreift und sagt: Wir machen eine Kampagne "Klarheit und Wahrheit", dann sorgt man dafür, dass die Menschen meinen, es sei bisher nicht klar, dass bisher gelogen und betrogen wurde. Und das ist der falsche Zungenschlag, den ich hier sehe. Deshalb sage ich auch: Frau Aigner, erwecken Sie bitte nicht den meiner Ansicht nach falschen Eindruck, als ob die Lebensmittelwirtschaft in der Gesamtheit nicht klar wäre, nicht wahr wäre. Das Gegenteil ist der Fall! Deshalb lassen Sie uns Lösungen finden, wie wir gemeinsam die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verunsichern, sondern zum Beispiel gemeinsam für Transparenz eintreten.
Meine Damen und Herren, ich will ein anderes Beispiel sagen, wo ich mich von der Politik an der einen oder anderen Stelle allein gelassen fühle. Damit kein Missverständnis auftritt: Dass wir heute ein Grundbedürfnis hier in Deutschland und in Europa befriedigen, nämlich dass die Menschen satt werden, ist die Leistung der Lebensmittelwirtschaft. Die gute Versorgung bringt dann auch leider andere Erscheinungen mit sich - auch Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Vor ein paar Jahren sind wir - nicht nur der BLL, die Lebensmittelwirtschaft, nicht nur NGG, sondern Sportverbände, Kinderärzte, Krankenkassen, Elternvertreter, und so weiter - angetreten und haben gemeinsam mit dem Ministerium die Plattform Ernährung und Bewegung e. V., kurz peb, geschaffen, aus der Überzeugung heraus, dass wir etwas tun müssen, dass wir uns mit diesem Problem beschäftigen müssen, dass wir sensibilisieren müssen, dass wir dafür Maßnahmen ergreifen müssen. Ich spreche das hier auch deshalb an, weil das Ministerium Gründungsmitglied dieser Plattform Ernährung und Bewegung ist.

"Ich fühle mich bei der Plattform Ernährung und Bewegung wohl!"



Frau Aigner hat vorhin in ihren Ausführungen gesagt, sie möchte nicht, dass nur der Gesetzgeber immer alles reglementiert, sondern, dass es auch in der Gesellschaft gelöst wird. Mit der Plattform Ernährung und Bewegung haben wir eine gute Grundlage dafür gelegt, dass wir in der Gesellschaft lösungsorientiert agieren können: Sensibilisieren, Motivieren, Maßnahmen ergreifen. Denn das Problem ist nicht, dass die Kinder und Jugendlichen, die Menschen generell, zu viel essen. Das Problem ist, dass sie sich an der einen oder anderen Stelle falsch ernähren und sich zu wenig bewegen. Ich fühle mich bei der Plattform Ernährung und Bewegung wohl. Wir als Gewerkschaft NGG arbeiten daran nach wie vor mit. Nur leider hat sich das Ministerium ein bisschen weit zurückgezogen. Ich bitte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums BMELV, Frau Aigner zu sagen: Ich würde mir da eine Kehrtwende wünschen!

"Reduzierte Mehrwertsteuer für Lebensmittel und Außer-Haus-Verkauf nicht antasten!"



Ich will auch darauf hinweisen, dass ich den Eindruck habe, dass die Politik die Frage der Mehrwertsteuer für Lebensmittel und für den Außer-Haus-Verkauf noch nicht ganz weggelegt hat. Wenn wir tagtäglich auf der einen Seite damit konfrontiert werden, dass der der Schuldenstand immer größer wird, dann wird der Staat nach Einnahmequellen suchen. Ich denke, wir haben da eine gemeinsame Verpflichtung, auf den ermäßigten Umsatzsteuersatz für diese beiden genannten Bereiche Wert zu legen.

"Deutschland ist nicht die Informationsgesellschaft oder Dienstleistungsgesellschaft, Deutschland ist Industriestandort!"



Ich will ein anderes Thema ansprechen, das mir wichtig ist. Wir müssen den Menschen gemeinsam sagen - und das hat etwas mit "Wert" zu tun -, welche Leistungsfähigkeit die deutsche Lebensmittelwirtschaft erbringt. Wir müssen auch in diesem Zusammenhang deutlich machen, dass wir ein Hochtechnologieland sind. Dabei brauchen wir die Politik: Deutschland ist nicht die Informationsgesellschaft oder Dienstleistungsgesellschaft, Deutschland ist Industriestandort! Wenn wir keinen Industriestandort haben und die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen bietet, dann haben wir ein Problem. Wir müssen das Bild der Ernährungswirtschaft davon lösen, dass es der Mönch ist, der die Sahne rührt.

"Wir müssen die Attraktivität der Einzelbranchen in der Ernährungswirtschaft deutlich machen!"



Ich sage Ihnen ein Beispiel aus der Praxis: Wir haben vor ein paar Jahren gemeinsam mit der Ernährungswirtschaft das Berufsbild "FaLet" kreiert: die Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Wir haben drei Jahre gebraucht, bis der letzte Berufsberater in der Arbeitsverwaltung überhaupt wusste, dass es diesen Beruf gibt. Wenn wir in Zukunft weiterhin qualitativ hochwertige Lebensmittel herstellen wollen, dann brauchen wir dafür auch qualifiziertes Personal. Wir müssen die Attraktivität der Einzelbranchen in der Ernährungswirtschaft letztendlich deutlich machen.

"Wir sorgen als Ernährungswirtschaft dafür, dass der Hunger gestillt wird, wir schaffen Genuss."



Ich will noch ein paar Anmerkungen machen, die mir wichtig erscheinen, weil es diesen großen Widerspruch gibt: Wir sorgen als Ernährungswirtschaft dafür, dass der Hunger gestillt wird, wir schaffen Genuss. Aber das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lebensmittelwirtschaft ist leider viel zu gering, wie auch ihre Wertschätzung. Fragen der Massentierhaltung, Fragen der Gesundheit spielen immer wieder eine Rolle. Sogar Versicherungskonzerne machen sich darüber Gedanken. Letzte Woche wurde der ARAG Trend zum Weltgesundheitstag am 7. April vorgelegt. Die ARAG sagte: "Die Hälfte der Deutschen hält Lebensmittelskandale für die Spitze des Eisbergs und 28,2 Prozent halten auch Bio-Produkte für belastet." Sie fragte: "Massentierhaltung, welche Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden?" Entschuldigung, ich sage das mal so provokant und provokativ: Glaubt denn wirklich die Verbraucherin, der Verbraucher, dass jedes Tier vor dem Schlachtgang noch gestreichelt wird? Müssen wir dieses Bild nicht verändern? Wobei ich hinzufüge, und das ist wichtig: Ich bin davon überzeugt, dass heute die hygienischen Zustände sowohl in den Bauernhöfen als auch in den Schlachthöfen besser sind als noch vor 10 oder 20 oder 30 oder erst recht vor 40 Jahren. Aber wenn diese Leistung erzielt worden ist, dann muss man das auch entsprechend sagen dürfen, dann muss man auch entsprechend tätig werden.

"Wir haben gemeinsam gegen die Ampelkennzeichnung gestritten, weil sie vollkommen falsch ist!"



Meine Damen und Herren, ich will Ihnen zur Lebensmittelkennzeichnung noch etwas sagen: Wir haben gemeinsam gegen die Ampelkennzeichnung gestritten, weil sie vollkommen falsch ist und weil sie im Gegensatz zu allen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen steht. Es sich mit "rot-gelb-grün" so einfach zu machen, ist wirklich zu einfach. Verbraucherverbände und Krankenkassen setzen sich trotzdem nach wie vor dafür ein. Letztendlich ist es eine europäische Geschichte. Es kann immer noch auf uns zukommen.

"Uns geht es bei der Herkunftskennzeichnung darum, dass der letzte Verarbeitungsort genannt wird!"



Ich will nicht verschweigen, dass wir bei der Frage der Herkunftskennzeichnung eine etwas andere Position vertreten, als die Industrie oder Frau Aigner. Wir wollen es nicht zu kompliziert machen. Wir wollen nicht, dass für jede Zutat extra ausgewiesen wird, wo sie herkommt. Uns geht es darum, dass der letzte Verarbeitungsort genannt wird. Das gehört für mich zumindest zur Transparenz dazu, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht irgendwelche Briefkastenfirmen vorfinden, sondern dass letztendlich deutlich wird, wo das Produkt verarbeitet, bearbeitet oder hergestellt worden ist. Das hat etwas mit Transparenz zu tun. Wir brauchen Transparenz vom Acker, vom Stall bis in die Ladentheke, bis auf den Tisch. Denn nur dadurch gewinnen wir letztendlich Vertrauen.

"Werbung gehört zur freien, sozialen Marktwirtschaft dazu."



Noch eine Bemerkung, was Werbung und Wahrnehmung der Lebensmittelwirtschaft angeht: Für uns als Gewerkschaft NGG, gehört Werbung zur freien, sozialen Marktwirtschaft dazu. Wie soll man eigentlich sein Produkt sonst an die Frau oder an den Mann bringen? Wir lehnen Werbeeinschränkungen ab. Ich sage das hier sehr deutlich: Wir haben das auch als die für die Tabakwirtschaft zuständige Gewerkschaft abgelehnt. Bei aller Diskussion über die gesundheitlichen Gefahren: Wenn man für ein legal hergestelltes Produkt nicht mehr werben darf, wo kommen wir da eigentlich hin? Ich befürchte nach wie vor, dass wir unter Umständen einen Dominoeffekt erleben. Wenn morgen zum Beispiel die Werbung für alkoholhaltige Getränke eingeschränkt oder untersagt würde, ich garantiere Ihnen: Übermorgen wäre das der Fall zum Beispiel für Süßigkeiten und Über-Übermorgen käme dann die Situation, dass für leckere Fleischprodukte, für Schinken auch nicht mehr geworben werden dürfte. Deshalb muss klar sein: Zu einem Wert in einer Gesellschaft, zu einem Wert in der Wirtschaft gehört, dass so etwas eben nicht stattfindet und keine Einschränkungen von irgendwelchen Werbeaussagen erfolgt.

"Wir bekennen uns zum Genuss!"



Meine Damen und Herren, ich will auch noch mal versuchen, eines deutlich zu machen: Es war eine kluge Entscheidung der Väter und Mütter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, dass wir uns in unserem Namen zum Genuss bekennen, dass wir nicht nur von Lebensmitteln oder Ernährung reden, sondern von Genuss. Genuss gehört dazu, wobei wir natürlich auch sagen: Genießen kann man nur in Maßen, nicht in Massen. Aber ich glaube, es ist nicht richtig, eine ganze Branche in die Ecke oder an den Pranger zu stellen, weil es zu vereinzelten Auswüchsen wie etwa dem Koma-Saufen von Jugendlichen kommt. Das ist nicht richtig. Auch wenn jemand meint, das Thema Adipositas damit bekämpfen zu können, in dem er Werbeverbote oder andere Verbote verhängt, ist das nicht der richtige Ansatz.
Ich will Sie auch um Folgendes bitten: Ich möchte nicht, dass der Handel und die Industrie aufeinander gehetzt werden und sich gegenseitig die Werte oder anders formuliert die Preise kaputtmachen. Ich möchte, dass wir Initiativen, die viele Unternehmen unter dem Begriff wie Corporate Social Responsibility betreiben, mit mehr mit Leben erfüllen. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass nicht nur Themen wie Massentierhaltung wieder stärker in der veröffentlichten Meinung eine Rolle spielen werden, sondern übermorgen auch Kinderarbeit in der Schokoladenverarbeitenden Industrie eine Rolle spielen wird. Natürlich lehnen wir alle miteinander Kinderarbeit ab, aber wir müssen uns dann auch unserer Verantwortung stellen, was zum Beispiel Kinderarbeit im Kakaobereich an der Elfenbeinküste angeht oder beim Haselnussernten in der Türkei.

"Leistungsfähigkeit der Branche nach vorne bringen - gemeinsam Initiativen entwickeln!"



Ich biete Ihnen an, dass wir das proaktiv und gemeinsam angehen, damit wir nicht angreifbar werden und letztendlich Schaden ensteht. Ich möchte auch die Industrie ermuntern, dass wir über gesellschaftliche Akzeptanz - zum Beispiel Massentierhaltung - sprechen, dass wir dort gemeinsame Initiativen bringen. Man löst ein Problem nicht dadurch, dass man hofft, der Kelch ginge an einem vorbei, sondern indem man offensiv damit umgeht und letztendlich die Leistungsfähigkeit von ganzen Branchen nach vorne bringt.
Meine Damen und Herren, unsere Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG kürzen wir mit NGG ab. Man kann aber auch abkürzen mit: "Nur gemeinsam geht’s".

"Die Menschen in der Ernährungswirtschaft sind auf ihre Produkte stolz!"



Die Menschen in der Ernährungswirtschaft sind zu Recht auf ihre Produkte stolz. Genauso wie sie Wertschätzung und Respekt für ihre Arbeit von den Arbeitgebern erwarten, wünschen sie sich auch Anerkennung für ihre Produkte und Leistungen von der Gesellschaft. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit den Produkten, die sie herstellen. Sie sind gleichzeitig Botschafter und auch selbst Verbraucher.
Sie werden von der Gewerkschaft NGG und von den Menschen, die in der Ernährungswirtschaft beschäftigt sind, nicht erleben, dass wir Marken angreifen oder Firmen angreifen, sondern wir stehen zu dem, was wir in dieser Branche gemeinsam auf den Weg bringen!

Meinen Dank dafür, dass ich hier bei Ihnen sprechen durfte und Sie mir Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben, will ich mit einer Bitte an Sie verknüpfen: Sprechen Sie mit den Betriebsräten! Sprechen Sie in den Wirtschaftsausschüssen. Sprechen Sie mit uns als Gewerkschaft NGG vor Ort und auf Bundes- und auf Landesebene, damit wir gemeinsam Initiativen entwickeln können, wie wir uns am besten für diese Branche aufstellen - für diese wichtigste Branche in Deutschland, in Europa und in der Welt - und welche Anforderungen wir an die Politik haben, um letztendlich gemeinsam etwas für die Menschen zu tun.
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